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Ratgeber
Rendite & Analyse5 Min. LesezeitZuletzt aktualisiert am 21.06.2026

Eigenkapitalrendite bei Immobilien berechnen — mit Hebel-Effekt

Die Objektrendite sagt, wie gut die Immobilie ist. Die Eigenkapitalrendite sagt, wie gut DEIN eingesetztes Geld arbeitet — und genau das entscheidet beim Vermögensaufbau. Der Unterschied ist der Kredit-Hebel.

Was ist die Eigenkapitalrendite?

Die Eigenkapitalrendite (engl. Return on Equity, ROE) misst, wie viel Prozent dein tatsächlich eingesetztes Eigenkapital pro Jahr erwirtschaftet. Anders als die Brutto- oder Nettomietrendite bezieht sie sich nicht auf den Kaufpreis, sondern nur auf das Geld, das du selbst hineingesteckt hast.

Das ist die ehrlichste Kennzahl für den Hebel-Investor: Zwei Objekte mit identischer Objektrendite können völlig unterschiedliche Eigenkapitalrenditen haben — je nachdem, wie viel Fremdkapital im Spiel ist.

Die Formel

Eigenkapitalrendite = jährlicher Überschuss ÷ eingesetztes Eigenkapital × 100.

Wichtig: Zum eingesetzten Eigenkapital zählen nicht nur die Anzahlung, sondern auch die Kaufnebenkosten und eine eventuelle Erst-Renovierung — denn auch dieses Geld hast du gebunden. Wer die Kaufnebenkosten weglässt, rechnet sich die Rendite künstlich schön.

Der Hebel-Effekt (Leverage)

Solange die Rendite der Immobilie höher ist als der Kreditzins, hebelt jeder Euro Fremdkapital deine Eigenkapitalrendite nach oben. Mit wenig Eigenkapital und günstigem Zins lassen sich so zweistellige Eigenkapitalrenditen erreichen, obwohl die Objektrendite nur bei wenigen Prozent liegt.

Genau deshalb finanzieren erfahrene Investoren bewusst mit Fremdkapital — nicht aus Geldmangel, sondern um den Hebel zu nutzen.

Vorsicht: der Hebel wirkt in beide Richtungen

Steigt der Zins über die Objektrendite (etwa bei der Anschlussfinanzierung), kippt der Hebel ins Negative und frisst deine Rendite auf. Je höher der Beleihungsauslauf (LTV), desto stärker dieser Effekt.

Eine hohe Eigenkapitalrendite auf dem Papier bedeutet also nicht automatisch ein sicheres Investment — sie geht mit höherem Risiko einher. Ein Stresstest zeigt, wie robust dein Hebel bei steigenden Zinsen ist.

Häufige Fehler

Kaufnebenkosten nicht zum Eigenkapital zählen — verzerrt die Rendite nach oben.

Nur den Cashflow betrachten und Tilgung sowie Wertzuwachs ignorieren — beides ist Teil deiner Gesamtrendite.

Hohen Hebel mit hoher Sicherheit verwechseln — mehr Fremdkapital heißt mehr Rendite und mehr Risiko.

Häufige Fragen

Wie berechnet man die Eigenkapitalrendite einer Immobilie?

Eigenkapitalrendite = (Cashflow nach Steuern + Tilgung) ÷ eingesetztes Eigenkapital. Die Tilgung wird mitgezählt, weil sie kein Verlust ist, sondern dein Vermögen aufbaut.

Warum ist die Eigenkapitalrendite höher als die Mietrendite?

Durch den Hebel-Effekt (Leverage): Wenn die Rendite des Objekts über deinem Finanzierungszins liegt, arbeitet das Fremdkapital für dich und hebt die Verzinsung deines Eigenkapitals. Liegt der Zins über der Objektrendite, kehrt sich der Effekt um und die Eigenkapitalrendite sinkt.

Zählt die Tilgung zur Eigenkapitalrendite?

Ja. Anders als beim reinen Cash-on-Cash-Return wird die Tilgung hier bewusst mitgezählt, weil sie Monat für Monat echtes Eigenkapital aufbaut — sie ist ein zentraler Teil des Vermögenszuwachses einer finanzierten Immobilie.

Berechne deine Eigenkapitalrendite — mit Hebel

Der Deal-Analyzer zeigt EK-Rendite und LTV; der Stresstest zeigt, wie robust dein Hebel bleibt, wenn die Zinsen steigen.

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Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt weder eine Steuer-, Rechts- noch Anlageberatung dar. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte übernehmen wir keine Haftung. Für deine konkrete Situation wende dich an einen Steuerberater oder eine fachkundige Beratung.